Klinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.Klinikum Greifswald, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Basisinformationen
Wozu ein Screening?
OAE und Bera?
Dokumentationsbögen
Messung
Ablauf
Probleme
Ziele
Fazit

Beteiligte Ärzte

Formulare


Wozu dient das Screening?

Die Eckdaten zur Früherkennung zeigen, dass ein Hörschaden bei Kindern im Durchschnitt erstmals mit 23 Monaten vermutet, mit 31 Monaten bestätigt und mit 36 Monaten durch Hörgeräteanpassung versorgt wird.
In mindestens zwei Dritteln der Kinder bemerkt die Mutter als Erste das mangelnde Hörvermögen, vor allem bei ausbleibender Sprachentwicklung. Es bestehen immer noch große Probleme, den Verdacht einer Hörstörung durch Untersuchungen des Kinderarztes, des Hausarztes oder des Hals- Nasen-Ohrenarztes bestätigen zu lassen.
Es bedarf im internationalen Rahmen keiner fachlichen Rechtfertigung für die Durchführung des Neugeborenen-Hörscreenings (NHS) mehr . Viel wichtiger ist die politische Unterstützung und gesetzliche Verankerung dieser Präventionsuntersuchung der Hörbehinderung, die mit einer Prävalenz von 0,8 bis 2,3 ‰ die häufigste angeborene Erkrankung ist und mit dieser Häufigkeit sogar die Summe aller durch Screeninguntersuchungen derzeit erfassten angeborenen Störungen bei Neugeborenen übertrifft. Dabei sind nicht nur Kinder mit Risikofaktoren sondern zu 50% auch Neugeborene ohne andere Auffälligkeiten betroffen.
Allen europäischen Staaten wurde im Mai 1998 in Mailand auf der Europäischen Konsensus-Konferenz zum Neugeborenen-Hörscreening die möglichst umgehende Etablierung eines Neugeborenen- Hörscreenings (NHS) empfohlen. Auch ein in diesem Jahr publizierter Health Technology Assessment (HTA)-Report führte zu einer allgemeinen Empfehlung des Hörscreenings.
Deshalb ist ein flächendeckendes NHS in Mecklenburg-Vorpommern dringend notwendig. Mit einer straffen und zentralen Organisation des in mehreren Kliniken Mecklenburg-Vorpommerns bereits seit Jahren durchgeführten Hörscreenings soll das Alter bei der definitiven Versorgung von Säuglingen mit angeborener Hörschädigung drastisch auf den sechsten Lebensmonat gesenkt werden. Die Kinder müssen bei dieser Zielstellung im ersten Lebenshalbjahr getestet und die Diagnose gesichert werden. Das Problem liegt darin, dass eine Hörstörung bei Neugeborenen und Säuglingen nur mit objektiven Untersuchungsmethoden sicher diagnostiziert werden kann. Dazu gehören die Messung der otoakustischen Emissionen und die elektrische Hirnstammaudiometrie. Die benutzte Hörscreening-Technik muss so einfach sein, dass sie vom Pflegepersonal der Neugeborenen selbstständig und ohne großen Zeitaufwand bei der Untersuchung angewandt werden kann. Heute erfüllen OAE Screening-Geräte diese Anforderung.
Die zu lösenden Fragen sind: Wie führen wir das flächendeckende universelle Neugeborenen-Hörscreening durch?, Wie ist der organisatorische Ablauf? Wie können wir die Effektivität der Aktivitäten bewerten?
 
 

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